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zurück Pressemitteilung vom 11.03.2017 Bereich: Land- und Forstwirtschaft
Braugerste - Gute Erzeugerpreise machen kühles Blondes kaum teurer

Jetzt beginnt die Aussaat für den Rohstoff, der Ausgangspunkt jedes Bieres ist

 

Oldenburg – Eine wichtige Information für Biertrinker: In diesen Tagen beginnt die Aussaat der Braugerste. Sobald die Bodenbedingungen es erlauben, also die Ackerflächen abgetrocknet und befahrbar sind, legen die Bauern los. Die Fachleute der Landwirtschaftskammer rechnen in Niedersachsen mit einer Anbaufläche, die leicht über den im vergangenen Jahr geernteten 25.000 Hektar (ha) liegt. Das waren gut ein Prozent der niedersächsischen Ackerfläche.

 

Ein Grund für den erwarteten Flächenzuwachs ist laut Kammer unter anderem der gute Preis, den Landwirte derzeit für ihre eingelagerte Ware erhalten. Da die Nachfrage der Mälzereien größer ist als das Inlandsangebot, werden derzeit etwa 190 – 200 Euro je Tonne (Euro/t) Braugerste gezahlt. Das sind rund 50 Euro/t mehr, als Landwirte für Futtergerste erhalten.

 

Auf den Bierpreis an der Theke und im Getränkemarkt haben die Preise für Braugerste nur geringen Einfluss. Da für eine Kiste Bier (20 Flaschen á 0,5 Liter) rund zwei Kilogramm Braugerste benötigt werden, bedeutet selbst eine Verdoppelung des Preises von 200 Euro/t auf 400 Euro/t lediglich einen Anstieg von 40 Cent pro Kiste bzw. zwei Cent je 0,5-Liter-Flasche.

 

Deutschlandweit wurden im vergangenen Jahr rund 250.000 ha Braugerste angebaut, zehn Prozent davon in Niedersachsen, und zwar vorwiegend in den Landkreisen Gifhorn, Peine, Celle und Uelzen. Aufgrund der guten Erträge wurden hier 15 Prozent der bundesweiten Braugerstenernte eingefahren (165.000 t von 1,12 Mio. t). Da der Bedarf der Mälzereien im vergangenen Jahr nur zu knapp 70 Prozent durch inländische Ware gedeckt werden konnte, mussten die verbleibenden 30 Prozent durch Importe vorwiegend aus Frankreich und Dänemark gedeckt werden.

 

Auch in der Qualität konnte niedersächsische Ware im bundesweiten Vergleich punkten. Sowohl der von den Mälzereien gewünschte Anteil praller Körner („Vollgerstenanteil“) als auch der für den Brauvorgang notwendige niedrige Eiweißgehalt wurde von den meisten abgelieferten Partien eingehalten. Das sah deutschlandweit und mit Abstrichen auch regional in Niedersachen anders aus. Ursache dafür waren die schwierigen Erntebedingungen mit zu viel und lang andauerndem Regen im August.

 

In den Mälzereien wird aus der Braugerste Malz hergestellt. Dabei wird das Getreide angefeuchtet und zum Keimen gebracht. Dadurch bilden sich Enzyme, die für das Bierbrauen benötigt werden, und auch Maltose, eine Zuckerart. Um das Malz haltbar zu machen, wird es zum Schluss getrocknet. Neben Malz erlaubt das Deutsche Reinheitsgebot von 1516 nur noch Hopfen, Hefe und Wasser als Zutaten für das Bierbrauen.

 

V.i.S.d.P.:
Walter Hollweg
Landwirtschaftskammer Niedersachsen Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kammermarketing Mars-la-Tour-Straße 1-13 26121 Oldenburg Telefon: 0441 801-200 Telefax: 0441 801-509 E-Mail: walter.hollweg@lwk-niedersachsen.de Internet: www.lwk-n